Textvorstellungen: Johannes Witek – Ein weiterer Dienstagabend, Baby!

Johannes Witek hat keine Angst vor den Abgründen, die sich auftun, wenn man das Licht ausmacht. Seine Lyrik ist formbewusst, unnostalgisch, belesen und unbekümmert. Witek schreibt, als hätte er große Teile seines Lebens damit verbracht, mit einem Buch in der Hand auf einer Straßenkante zu hocken und beide Welten zu betrachten: Die mit den Seitenzahlen und die mit der Spucke auf dem Asphalt. Nach dem satirischen Roman Voltaires Arschbacken (Chaotic Revelry Verlag, 2014) präsentiert er Lyrik, die Geschichten erzählt und genaue Blicke erlaubt auf das, was wir gerne verheimlichen.

Mit seiner sprachlichen Beweglichkeit hat er sich eine treue Fangemeinde erarbeitet. Darunter so illustre Menschen wie Fritz Ostermayer (FM4 Im Sumpf und Chef der Schule für Dichtung) der über Voltaires Arschbacken sagt

Einfach eine geniale Verarschung des Geniekults.
(Neue Vorarlberger Nachrichten)

Er hat Johannes Witek 2015 zu seinem Festival Quo vadis bodypainting? Festival für Poesie & Komik geladen.

Markus Köhle sagt über Johannes Witek:

Johannes Witek ist ein treuer DUM-Text-Lieferant. Seine Beiträge, die wir ja, wie alle anderen auch, anonymisiert lesen, erkenne ich sofort, sofern es sich um lyrische Texte handelt. Bei Prosa gelingt es ihm manchmal, mich etwas abzuschütteln und auf falsche Fährten zu locken.
(DUM – Das Ultimative Magazin)

Später findet er ein großes Lob für Voltairs Arschbacken: „Provinz at it’s best.“

Das kommt wahrscheinlich daher, dass Johannes Witeks Texte bei aller Verhaftetheit in etwas, was man durchaus Heimat nennen könnte, überhaupt nicht Provinziell sind. Seine Texte sind an ein Du gerichtet, von dem man annehmen kann, dass der Autor eine Vorstellung davon hat, sie sind unnostalgisch und trotzdem dialogisch. Ein Beispiel: „Daher sei versichert, mein absenter Freund-der-ein-Schweigender ist, das ich um dein Glück weiß.“ Man darf sich sicher sein, dass diese Strophe nicht in glücklicher Zufriedenheit endet. Seine Texte kommen immer beiläufig und ein bisschen rotzig daher, unter der Oberfläche paart sich Belesenheit mit Klugheit. Darin erinnert er an das Elfriede Gerstls Credo: „alles was man sagen kann, kann man auch beiläufig sagen“. Möglicherweise würde Johannes Witek ergänzen: Und mit ein bisschen Punk-Attitüde.

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Textvorstellungen – Motto: Die Netze zwischen den Inseln

JOHANNES WITEK (Salzburg) Ein weiterer Dienstag Abend, Baby. Lyrik (Manuskript) • CHRISTINE TEICHMANN (Graz) Gaukler. Roman (Edition Keiper, 2017) • ANDREAS PLAMMER (Wien) Bar jeder Vernunft. Prosa (Manuskript) • Redaktion und Moderation: MIEZE MEDUSA


Mieze Medusa ist Teil des Textvorstellungen-Teams der Alten Schmiede in Wien und stellt viermal im Jahr drei Kolleg_innen mit aktuellen Texten vor. Hier auf dem Blog publiziere ich die Einleitungen. Warum? Weil ich die Texte toll finde und gerne auch euch vorstellen möchte!

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