#läuft #ljubljana

Ich bin ein paar Nachträge schuldig aus diesem summer of ’15.
Ein gutes Zeichen eigentlich: mehr gelebt, weniger gebloggt…

Peter Clar, Markus Köhle, Ljubljana

Abflug in Ankara mitten in der Nacht, direkt mit dem Rollkoffer in die Germanistik Ljubljana zum Lyriktag. Dort treffen ich Freunde: Johann Lughofer, unseren Mann in Ljubljana, Markus Köhle, Peter Clar und Anna Babka.

Eine spannende Woche ist das, mit vollem Terminplan: Friedericke-Mayröcker-Rezitation und Antworttexte, Poetikvorlesungen und Lesungen von Peter Clar, Michael Hammerschmid, Markus und mir und am letzten Tag noch ein Slam-Duell mit Lieblingsgegner Markus Köhle!

Entferntes Verstehen und so manches in blau, nennt Anna Babka ihren Vortrag über die Lyrik der Grande Dame der Schwerverständlichkeit. Mir wird da einiges klar, vor allem auch, dass ich gelegentlich Lustlustlust habe, um Texte zu kämpfen. Gleichzeitig bin ich so begeistert, dass ich vergesse ein Foto von Anna zu machen… 🙂

Um Texte kämpfen heißt manchmal auch, Texte mit harter Deadline fertigschreiben. Ich habe das Privileg, als letzte mit meiner Poetikvorlesung dran zu sein. Es ist meine erste. Ich mache mir Gedanken, es passt zu unserem Weg, dass ich meine erste Poetikvorlesung im fremdsprachigen Ausland halte.

Peter Clar, Poetikvorlesung, LjubljanaErwartungsgemäß verschwimmt bei Peter Clar die Grenze zwischen Literatur und Poetik. sein Schreiben reflektiert sich immer selbst, seine akademische Laufbahn verleugnet nie sein Interesse an Lyrik.

Markus Köhle, Poetikvorlesung, Germanistik LjubljanaBis auf die Zähne bewaffnet mit guten Ideen, schmeißt Markus Köhle zu einer unfreundlich frühen Stunde mit verdichtetem Wissen, Wortspielen, Wolpertingern und Literaturzeitschriften um sich. Seine Poetik handelt vom Getrieben sein, geschrieben wurde sie in Kirgistan.

Und dann bin schon ich dran und weil mich ein kleines Teufelchen reitet, nennen wir es Übermut, bekommt meine Poetikvorlesung den Titel „#läuft“.
Schließlich sollen wir davon erzählen, wie wir uns neue Wege in der Literatur vorstellen. Ich spreche über Mündlichkeit und Internet, Steve Jobs und Helene Cixous, Schreibsoftware und Bühnenpoesie, Feminismus und Mainstream, und und und und …. Ich spreche schnell, aber die Poetry Slam geschulte Kontaktaufnahme zum Publikum bestätigt: ich werde verstanden.
Mieze Medusa, Poetikvorlesung, Germanistik Ljubljana
Für mich ein spannendes Erlebnis: Meine Poetry Slam Texte enthalten oft jede Menge theoretische Überlegungen und Strukturen, die ich performativ gern ein bisschen verschwinden lasse. #understatement #lasseseinfachaussehen
Auf der Bühne darf man den Schweiß nicht sehen lassen. Aber eine Poetikvorlesung ist wohl sowas wie der Backstageraum der Literatur. Es hat Spaß gemacht, den Kulissenboden auch mal ins Rampenlicht zu stellen. In diesem Sinne, danke für die Gelegenheit! Es war eine tolle Zeit!

Weiterführende Links:
Markus‘ Blog über Ljubljana
Noch ein paar Fotos
Video des Poetry Slam Duells von Mieze Medusa & Markus Köhle

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