Einmal Unveräußerlich mit alles, bitte!

1

Es ist nicht so schwierig, eigentlich: Gleiches Recht für alle ist besser als gleiches Recht für möglichst viele ist besser als gleiches Recht für ein paar wenige. Nur: Wenn alle mehr Rechte haben, haben ein paar wenige weniger. Weniger ist mehr hat sich als Leitspruch im Bevölkerungssegment der Wenigen mit mehr noch nicht durchgesetzt.

2
Wenn wir uns ein Leben vorstellen, denken wir es uns gelungen. Mit ohne Schmerzen, mit ohne Krieg. Schon mal mit Kopfweh, schon mal mit ein bisschen Widerstand. Mit Herausforderungen. Mit Zeit für Liebeskummer, Anstrengungen, Kraftakte, Massagen und gutes Essen. Gerne mit Problemen, aber bitte mit lösbaren.
Eine Odysee? Bin schon unterwegs, aber nicht ohne göttlichen Schutz und randvoller Trickkiste.
Gordische Knoten? Von mir aus, aber nur wenn ein Schwert zur Hand ist.
Die Büchse der Pandora? Aufmachen und reinschauen, bitte, könnte ja ein Allheilmittel für gegen Krebs oder Alzheimer oder Finanzkrisen drinnen sein. Mit dem Rest werden wir dann auch noch fertig. Später. Wenn wir Zeit gehabt haben für Nachdenken und Urlaub. Überhaupt ist so eine Zukunft recht praktisch zum Ablagern der Probleme der Gegenwart.

Mieze Medusa im MUSA, Wien
Vom Heute wollen wir Wachstum. Von den Märkten und für uns. Im Hier und Jetzt wollen wir wachsen und uns entwickeln. Wir wollen gehegt und umsorgt sein. Wäre doch Verschwendung, wenn nicht möglich gemacht würde, dass wir uns entfalteten, dass wir unser Potential voll entwickelten wie ein künstlerisch wertvolles Schwarzweißfoto in der heimeligen Dunkelkammer vom Papa. Wie ein Bild entsteht, aus dem Nichts, aus einer schwammigen diffusen Weißfläche. Es wäre doch wirklich eine Verschwendung, wenn wir nicht Gelegenheit bekämen, zu zeigen, wie wir täten und was wir könnten, wenn wir könnten. Verschwendung wäre das. Vergeudung. Von uns und unserem guten Willen. Von uns und dem, was wir dem Leben zu geben haben. Würde da bitte jemand etwas dagegen tun, dass mit uns so verschwenderisch umgegangen wird?
Nur ein Gedanke: Das Leben ist nicht für seine Sparsamkeit bekannt.

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So beginnt mein Beitrag zum Ausstellungskatalog „Der Menscheit Würde…“ für das Musa in Wien!
Die Ausstellung hat mich immens beeindruckt. Gezeigt wurde junge, zeitgenössische Kunst aus den existierenden Sammlungen aus Brno, Sarajevo und Wien. Mit dabei waren Werke von Deborah Sengl, Arnold Reinthaler, Lisl Ponger, Pode Bal, Mladen Miljanovic, Eva Kotátková, Johanna Kandl, Jochen Höller oder Tanja Boukal, deren politische Stickbilder mich total beeindruckt haben und die ich auch kennenlernen durfte!
Präsentiert habe ich den Text zweimal. Einmal gemeinsam mit Markus Köhle bei unserer gemeinsamen Lesung im Rahmen der Ausstellung und ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich daran denke, wie es sich angefühlt hat, unsere Texte in diesem Rahmen vorzutragen. Und ein zweites Mal bei der Katalogpräsentation!

Mieze Medusa bei der Katalogpräsentation "Der Menscheit Würde..." im MusaMarkus Köhle im Musa

Aber auch was den Wortanteil betrifft, befinde ich mich in bester Gesellschaft von z.B. Robert Pfaller oder Marlene Streeruwitz. Das Aufregende: Unsere Texte wurden in drei Sprachen (Englisch, Tschechisch und Bosnisch) übersetzt… Eine gute Gelegenheit, die eigenen Sprachkenntnisse zu polieren..

Ich bedanke mich für die herzliche Zusammenarbeit mit Roland Fink und dem gesamten Team des Musa Wiens und möchte euch alle einladen, immer wiedermal in diese junge Sammlung der Stadt Wien reinzuschauen… Ihr findet sie direkt beim Rathaus, der Eintritt ist frei, die Menschen sind nett und die Kunst spannend und oft wechselnd…

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