Welt, Wodka & Uz!

IMGP5055 Und dann war es so: 4 Lesungen und 1 Workshop in 5 Tagen in Tashkent und Samarkand. Da geht sich sonst nicht soviel aus. Da bleibt allerhand auf der Straße liegen. Die hat hier übrigens oft Löcher an unerwarteten Stellen und nicht immer einen Deckel drüber.

Markus Köhle

Aber: Es hat jede Menge Spaß gemacht, aufzutreten. Die UsbekInnen geben mit Gesicht und verbal ordentlich Feedback, haben die größte Freude an Mitmachtexten. Es ist sofort klar, ob und wie man verstanden wird (erstaunlich oft, erstaunlich richtig).

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Die „Mama“ hat super funktioniert (aber nicht nur!). Auch die schnellen Spoken Word Texte haben Lächeln und Kopfnicken hervorgerufen.

Alles gut also?

Natürlich nicht.

Bei der ersten Lesung im offiziellen Haus der Tochter aus hochherrschaftlichen Haus, die mit Neorussen Gerard Depardieu einen Song aufgenommen hat, wurde unsere Lesung lautstark und zeitgleich für den Zensor vom Kulturministerium ins Russische übersetzt. (Schnell und verschachtelt Sprechen ist manchmal ein echter Vorteil.)

Mieze Medusa & Goethe

Bei einer Lesung hat mich nicht nur Goethe scheel angeschaut, auch der Lehrkörper (in der Tendenz männlich und alt) war verwundert ob der Tatsache, dass da eine kurzhaarige Frau selbstbewußt für sich selbst spricht.

Geendet hat es mit dem denkwürdigen Satz: „Sie sind sehr talentiert. Können Sie auch ein Lied singen?“

Mieze Medusa @ Weltspracheuniversität Samarkand

Hotel Uzbekistan„It’s called RAP, Darling!“ & „Yes, she can!“

Ich bin übrigens die einzige kurzhaarige Frau in ganz Usbekistan gewesen.

Tashkent versus Samarkand

Tashkent ist moderner und weniger touristisch.

Samarkand hat dafür halt 1001-Nacht-Bauwahnsinnswerke, den Registan, das Gur Emir, die größte Kuppel Mittelasiens.

Tashkent hat das Hotel Uzbekistan.

Kaffee trinken im 17. Stockwerk mit Blick auf Platz und 5 spurige Straße und Autos (fast alle weiß), die sehr intuitiv spurwechseln ohne dabei zu blinken. Head spinning bis es kracht.

Mieze Medusa Uzbekistan

Kaffee ist übrigens schwer zu bekommen hier und fast immer nur mit einem Nes- davor. Im 17. Stock des Hotel Uzbekistan gibt es aber einen Espresso, auch wenn man dafür ein paar 1000 Sum (CYM) hinlegen.

Die Landeswährung hat ein Stabilitätsproblem. Es gibt keine größeren Scheine als den 1000, man braucht aber schon 2 davon für einen Dollar oder für eine kurze Taxifahrt. Ich kann mich nicht erinnern, jemals 50.000 für ein Buch bekommen zu haben. Hier ist es passiert! Viel Spaß beim Lesen, Matthias!

Und danke für Betreuung und Gesellschaft und Gedanken und fürs Hinterfragen, Kristina. Am letzten Abend haben wir unsere Eindrücke in Wodka eingelegt, um sie haltbar zu machen für später.

Ist mein Bild klarer geworden?

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Auf jeden Fall.
Ist es gestochen scharf?
Nein, 5 Tage sind dafür wohl auf jedenfall deutlich zu wenig.

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Aber: Danke für die Gastfreundschaft. Danke für die Einladung. Gerne komme ich wieder.

Mieze Medusa @ Goethe Institut Tashkent

IMGP5077Mieze Medusa @ Samarkand

Mieze Medusa @ Weltspracheuniversität Tashkent

Ein Kommentar

  1. […] Usbekistan, Serbien, Slowenien, Kroatien, Bulgarien, 2x Rumänien (einmal mit Band, einmal ohne), Moldawien, aber auch: Slam-Nord-Tour, also Hamburg-Kiel-Sylt-Lübeck, Prag, Musil-Museum in Klagenfurt, St. Johanner Spoken Word Tage, Ö-Slam, Slam 2014 in Bielefeld, mieze medusa & tenderboy beim Volksstimmefest und eine respektable Anzahl weiterer Gigs, wenn man bedenkt, wie alt die letzte Platte Tauwetter schon ist, sowieso Teamauftritte mit MYLF (Mothers You’d Like to Flow with mit Yasmin Hafedh) … […]

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