Oh wie weiß ich mit Ovid nicht immer weiter…

An und für sich gibt es ja kaum was Schöneres als Herausforderungen. Deshalb ist es mir eine besondere Ehre mit dem Jazzorchester Vorarlberg aufzutreten. Die spielen eine Neukomposition von Clemens Wenger, der steht total auf Ovid, da hab ich eigentlich keine Einwände dagegen. Abgesehen vom Grundsätzlichen… Eben wegen dem Kanon wär’s gewesen.

Jazzorchester Vorarlberg mit Clemens Wenger

Andererseits kann ich ja ein Thema interpretieren, wie ich will. Das Thema nennt sich „Morphing“, schließlich geht die Welt nicht unter, sie verändert sich nur, wenn auch gelegentlich zu unserern Ungunsten.

Und ob ich da mit Ovid oder ohne Ovid, das ist völlig meine Sache. Das nimmt soviel Druck raus, dass ich doch in den Ovid reinblättere in einer alten zerfledderten Englischsprachigen Taschenbuchausgabe, bei dem das Register noch bis zu E geht. E wie Echo. E wie Eurydike. Ein Glück.

Also doch Ovid: Orpheus aus der Sicht der Eurydike („Kein Halt, kein Schlaf, kein Turnaround oder: Und er umdrehte sich doch“) und das Echo und Narzissus („Als ich das Echoorakel befragte, weil ich einfach keine Lust mehr hatte mich weiter auf Tageszeitungshoroskope, Handlesereien und ähnliche Orakelsprüche zu stützen, aber trotzdem unbedingt wissen wollte, wie das alles so weiter gehen wird mit mir und der Welt und dem Tag heute“).

Morphing: Phil Yaegers Arm und Mieze Medusas Slamtext

Besonders beeindruckend dann die Proben: das Jazzorchester Vorarlberg ist ausnehmend konzentriert bei der Sache, Clemens Wenger als Mastermind hat abgesehen von seinen BigBandKompositionen einen roten Faden gefunden, der sich durch den 90 Minuten Abend durchzieht, alles passt ganz gut zusammen. In so einer Atmosphäre schüttelt man schon auch schnell mal eine Untermalung zu „Juvenilformen“ aus dem Ärmel.

Mein Weltuntergangsslamklassiker „Alles ist möglich“ dann noch zum Drüberstreuen.

Andreas Harrer morpht in seinen Kurzfilmen zwei unterschiedliche Kameraaufnahmequalitäten, ein schöner Effekt und eine schöne Herangehensweise an das Thema.

Eine runde Sache also, das kann man sich auf jedenfall anschauen!

08. November 2012, 20:00 Remise Bludenz
09. November 2012, 20:30 Altes Kino Landeck
03. März 2013, Wuk Wien

Und ein paar Links!
Clemens Wenger
Jazzorchester Vorarlberg
Andreas Harrer

Und eine Ankündigung!

Und ein PS: Wofür man Zeit hat, wenn eine BigBand Soundcheckt!

2 Kommentare

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